Pastellige Schubladen und ausgekippte Schränke.

A² + B² = C²

Ich hatte 13 Punkte im Thema Kurvendiskussion. Und eigentlich stehe ich auf Mathematik. Was ziemlich merkwürdig ist, fast schon gruselig, denn tatsächlich bin ich zu einhundert Prozent ein Kreativkopf. Und irgendwo doch ein Kopf- und Bauch-Mädchen. 

Ich liebe Geometrie und Symmetrie und meine Kollegen hassen mich dafür, dass ich so vernarrt in Achsen bin. Immer wieder alle Designs an ihnen ausrichte und Kopfschmerzen bekomme, wenn nur ein Buchstabe nur einen Millimeter von der Achse abweicht. Das ist mein Monk. 

Ich liebe aber auch wild durcheinander gewürfelte Stile, zufällige Muster, die wie hingeworfen da liegen. Als Designer versucht man sowieso immer wieder alles aus den Schubladen im Kopf herauszuzerren, auf den Fußboden zu werfen und dann zu sehen, was der Zufall für ein Bild gemalt hat. Man sucht nach einem Twist, der für genau die Klientel funktioniert, die man begeistern will, und trotzdem immer noch spannend ist, möglichst ungesehen. 

Das ist vielleicht genau der Unterschied zwischen Kunst und Design und zwischen meinem Bauch und meinem Kopf: wenn ich den Schrank danach nicht sortiere, die Stücke daraus nicht wenigstens minimal anordne, etwas damit mache, damit arbeite – dann ist das vermutlich Kunst. 

Tatsächlich hätte ich auch nie Pastelltöne im Sommer gesehen, sie sind für mich eher leicht und süß und irgendwo im April bis Juni. Maximal. Der Sommer war für mich immer mehr bold und laut und irgendwie knallig, vielleicht noch khaki und etwas entsättigt aber nie so leicht wie Erdbeer Eis.

Und mein Bauch sagt: das wird er auch bleiben. Die pastellig gemusterte Hose hängt seit Wochen schon wieder hinten in meinem Schrank, wird durch die starken Farben, das knallige Pink und das laute Senfgelb, verdrängt und bis zum März oder April wieder vergessen

Sorry, Pastelltöne,

nicht diesen Sommer. Vielleicht nächsten. Falls mein Bauch ja sagt.

THE OTHER GIRLS

Das Thema im Juni: Pastelltöne.

Daniela

AUTOR | POSTPRODUCTION

Philip K.

PHOTOPRAPHY

1 Kommentar zu „Pastellige Schubladen und ausgekippte Schränke.“

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