Von tanzenden Leoniden

Seit gestern Nacht habe ich Lust zu tanzen. Ich weiß gar nicht warum, das ist sonst eigentlich nicht so. Vielleicht ist es, weil man gerade so zahm sein muss, so diszipliniert, weil der Sommer nicht so wild war wie bisher. Nicht, dass ich ihn sonst wild die Nächte durchtanzend und betrunken verpasst hätte. Aber es ist anders dieses Mal. Nicht schlechter, nicht mal Mittelmaß. Entschleunigter vielleicht. Und vielleicht müsste jetzt die gelangweilte Seele einfach wieder raus und wild die Nacht durchtanzen. Stattdessen erkältete ich mich kurz nach Mitternacht auf einem leeren Feld, in einem Stuhl von IKEA, auf die Leoniden wartend. 

Bekommen habe ich fünf Sternschnuppen und ein bisschen mehr Boden unter den Füßen.

Warum ich nicht einfach wild über die Couch tanze und mich außer Atem aufs Bett fallen lasse? Vermutlich die Ketten, die wir uns selbst auferlegen. Die Grenzen, die wir uns selbst setzen. Die Comfort Zone, die wir trotz unserer Verrücktheit und dem inneren Drang, nicht verlassen wollen. Noch nicht können. Für die wir vielleicht erst einen anderen verrückten brauchen, der zuerst wild über die Couch tanzt. 

Aber vielleicht kann ich meine Comfort Zone, diese untanzbare rote Linie, einfach ein bisschen mehr behandeln wie diesen Mantel. Hochgeschlossen und kreativ gelayert, mit dieser harten aber doch femininen Kontur, wenn es sein muss. Offen und leicht und absolut nicht steif oder aufgeräumt, wenn ich kann und will. 

THE OTHER GIRLS

Das Thema im November: Wintermantel.

Daniela

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Niko M.

PHOTOPRAPHY

2 Kommentare zu „Von tanzenden Leoniden“

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