Ex.

Als ich das hier geschrieben habe, saß ich auf dem nackten Fußboden meiner noch nackteren Ex-Wohnung. Und ich wartete. Zwei Stunden. Irgendwann kam dann der Mann für Strom und Heizung und dann, ca. dreißig Minuten danach, gab ich meine Schlüssel ab. Ich habe die Wände fleckig verlassen, weil sie vorher auch schon fleckig waren und irgendwie hatte ich gar keinen Trennungsschmerz. Das war meine erste. Und eigentlich sagen doch immer alle, dass es ein bisschen wie Wachstumsschmerzen ist, wenn man das letzte Mal die Tür zu macht. War es aber nicht und ist es immer noch nicht.

Ich brauche das mit dem immer wieder etwas anderes. Manchmal könnte ich spontan nachts um zwei das Schlafzimmer umstellen, manchmal ist aber ein anderes Kissen auch schon genug. Und genau das passiert auch in meinem Schrank. Da gibt es nicht einfach nur einen Style. Ich liebe Athleisure, habe gestern einen Blazer wiedergefunden, den ich echt mag – aber nicht immer -, habe eine Plisseeculotte in Metallic und eben diese hier. Aus Fakeleder. Und absolut nicht für Kleinstädte gemacht. Ich wollte sie trotzdem, weil ich sowas eben mag, sich zu verändern und zu wachsen. Und das funktioniert dann manchmal auch ohne Trennungsschmerz.

Daniela

AUTOR | POSTPRODUCTION

Philipp Ketterling

PHOTOPRAPHY

3 Kommentare zu „Ex.“

  1. Ich verstehe dich da voll und ganz! Bin auch eher der Typ, der Veränderungen liebt und wenn es tatsächlich nur ein kleines Wohnaccessoire ist.
    Meine momentane Wohnung mag ich zwar gerne, würde einer Neuen jedoch auch ohne Trennungsschmerz mit offenen Armen entgegentreten.

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