Travel Diary: London.

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London Travel Diary

London hasst mich. Absolut. Es ist immer eine Katastrophe zu mir. Das erste Date hatten wir mit fünfzehn, eigentlich ein Hostel in Hastings, aber mit einem Bus waren wir für acht Stunden in London. Picadilly Circus und Tower Bridge, danach zwei Stunden British Museum und – Rush Hour. Plus strömendem Regen, plus Stromausfall – überall in London. Die U-Bahn stand, die roten Busse waren voll, Taxen gab es keine mehr. Um den Bus zurück nach Hastings noch zu bekommen, mussten wir fast zwei Stunden im Regen durch London. Das war einfach nur ein katastrophales erstes Date.

1. Oops

2. Verzweiflung

3. Wut

4. Wahnsinn

Das ist der ultimative “Oh-fuck-shit”-Moment.

Eigentlich weiß ich gar nicht, warum London mich so hasst. Ich liebe die Fassaden, die knallroten Telefonzellen und außerdem ist London die einzige Stadt, die im Regen fast mehr funktioniert als im Sommer. Es waren auch nur 72 Stunden und eigentlich waren wir gar nicht für London da, sondern für Beyonce. Im Wembley Stadium.

 

Es gab Tacos und – yeah – Fries. Und totally fangirling ein T-Shirt.

1. Oops

Vom Wembley Stadium zur U-Bahn Station gibt es genau eine Straße. Diese eine Straße und fast 90.000 Fans. Düdüm. Die Straße wurde immer wieder gesperrt, um das Gedränge in der U-Bahn Station zu regulieren. Und damit das keiner doof fand, gab es live “All the Single Ladies” aus dem Megafon der Polizisten. Inklusive Tinder Profil eines süßen Single Cops. Es war niemand böse.

Und dann kam die U-Bahn. Wir hatten einen Millimeter zwischen uns. Und gefühlt hundert anderen.


2. Verzweiflung

Es war kurz vor Mitternacht. Der aktuelle Plan: Koffer aus dem Hotel holen, Taxi, Zug, im Hotel am Flughafen für fünf Stunden einchecken. Und dann nach Hause. Taxi? Nein, zumindest nicht für die nächsten eineinhalb Stunden. Nach dreißig Minuten haben wir zufällig eins auf der Straße gefunden, das uns wirklich zur Pendleton Railway Station gebracht hat. Unser Zug? Weg. Es war schon kurz vor eins und wir mit unseren Koffern in diesem total leeren Bahnhof. Und: verzweifelt. Es gab nur noch einen Zug, der in dieser Nacht fuhr. Und wir hatten das falsche Ticket.

Mood: auf den Boden werfen, weinen und schreien bis Mama kommt und uns nach Hause holt. Oder unter einer Bettdecke verstecken.

Ein Schaffner hat uns traurig am Bahnsteig gefunden und wir durften wirklich mit dem falschen Ticket bis zur Endstation in den falschen Zug. Und er hatte einen Plan für uns: nach der Endstation noch 30 Minuten auf einen Bus warten und dann noch 30 Minuten fahren. Für vielleicht maximal drei Stunden einchecken und nach Hause.


3. Wut

Es waren genau fünf Minuten, die wir wirklich wütend waren. Auf alles. Auf die Teenager, die neben uns Burger hatten. Auf London. Auf Beyonce. Auf Wembley und “Single Ladies”. Und auf Google.


4. Wahnsinn

Und dann begann der Wahnsinn. Die Phase, in der man rumhüpft wie ein Gummibärchen und einfach alles nur noch unfassbar niedlich findet. Vielleicht ein bisschen wie auf LSD, oder so. Aber definitiv nicht mehr zurechnungsfähig. Null. Wir sind nachts um 02.00 Uhr auf unseren Koffern durch die Busstation gerollt, beim Bremsen im Bus fast umgekippt und hatten wirklich erwartet, dass das Hotel geschlossen hatte. Wegen London. Weil es mich hasst.

Nach drei Minuten waren wir eingeschlafen. Oder im Koma. Oder irgendetwas dazwischen.

Für den Flug nach Hause waren wir fast zu spät, weil die Check-Ins überfüllt waren. Wir waren die letzten, die ins Flugzeug kamen und erst da hat dann “4. Wahnsinn” wirklich wieder aufgehört.

 

London ist definitiv immer eine Story Kilometer weit weg von meiner Komfort Zone.

Daniela

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